Ein geschichtsträchtiger Platz
Der Cours Honoré d’Estienne d’Orves hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen erfahren. Ende des 15. Jahrhunderts beschloss König Karl VIII. im Jahr 1488, dort ein erstes „Tercenal“ errichten zu lassen, um darin ein Arsenal für die Galeeren unterzubringen. Einige Jahre später, im Jahr 1494, ließ er den Komplex um sechs neue „Tercenaux“ erweitern, die der Unterbringung, Wartung und Bewaffnung der königlichen Galeeren dienen sollten. Im Jahr 1512 ordnete Ludwig XII. den Bau von zwölf weiteren „Tercenaux“ an, doch letztendlich wurden nur sechs davon fertiggestellt.
Im Jahr 1529, als Kaiser Karl V. Marseille belagerte, stärkte Franz I. die Seemacht des Königreichs durch den Bau von dreizehn neuen Galeeren, die zur Verteidigung der Stadt bestimmt waren. Mehr als ein Jahrhundert später, im Jahr 1646, gründeten die Brüder von Saint-Vincent-de-Paul das „Hôpital des Forçats“, ein Krankenhaus zur Unterbringung der zum Dienst auf den Galeeren verurteilten Sträflinge.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelte sich das Viertel weiter. Im Jahr 1702 wurde ein Binnenkanal gegraben. Zunächst „La Darse“ genannt, erhielt er 1780 den Namen „Canal de la Douane“. Sein Verlauf folgte der heutigen Place aux Huiles und dem Cours Jean-Ballard. Fünf Jahre später, im Jahr 1707, wurde das „Arsenal des Galères“ fertiggestellt. Der Standort wurde damit zum größten Arsenal des Königreichs Frankreich, das Platz für bis zu 40 Galeeren, fast 8.000 Sträflinge und eine bedeutende königliche Garnison bot.



















