Das Fort Saint-Jean

Ein echter Aussichtspunkt über die Stadt

Das Fort Saint-Jean thront über der Einfahrt zum Alten Hafen und isteines der symbolträchtigsten Wahrzeichen von Marseille. Es ist heute mit dem Mucem (Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeerraums) verbunden und gehört zu den Sehenswürdigkeiten, die man bei einem Besuch der Stadt Marseille unbedingt entdecken sollte. Lange vor dem Bau des Forts im 17. Jahrhundert befand sich an diesem strategisch wichtigen Ort bereits seit dem 12. Jahrhundert eine Komturei des Ordens der Hospitaliter von St. Johannes von Jerusalem. Als privilegierter Zeuge mehrerer Jahrhunderte Geschichte ist das Fort Saint-Jean heute ein wahres Symbol des Kulturerbes von Marseille. Entdecken Sie seine Geschichte, seine Geheimnisse und die wichtigsten Etappen, die dieses außergewöhnliche Denkmal geprägt haben.

Die Geschichte des Fort Saint-Jean – zwischen militärischer Verteidigung und Kulturerbe von Marseille

Das Fort Saint-Jean nimmt seit Jahrhunderten eine strategische Lage am Eingang zum Alten Hafen von Marseille ein. Auch wenn der Ort heute der Kultur und dem Spaziergang gewidmet ist, ist seine Geschichte eng mit der der Stadt verbunden.

Von der mittelalterlichen Komturei zur Festung Ludwigs XIV.

Lange vor dem Bau der Festung befand sich an dieser Stelle bereits im 12. Jahrhundert eine Komturei des Ordens der Hospitaliter des Heiligen Johannes von Jerusalem, nach dem die Festung benannt ist. Der Komplex umfasste eine Kirche, eine Kapelle, ein Krankenhaus und den Palast des Komturs, der 1365 fertiggestellt wurde. Zu dieser Zeit wurde auch ein Turm errichtet, der an den Saint-Jean-Turm angebaut war und heute als „Tour du Roi René“ bekannt ist – eines der ältesten erhaltenen Bauwerke des Geländes.

Im 17. Jahrhundert führten Spannungen zwischen Marseille und König Ludwig XIV. zum Bau des Fort Saint-Jean. Am 2. März 1660 begab sich der König nach Marseille, um seine Autorität zu bekräftigen. Er ordnete daraufhin die Verstärkung der Verteidigungsanlagen am Eingang zum Vieux-Port durch den Bau von zwei Festungen an, dem Fort Saint-Jean im Norden und dem Fort Saint-Nicolas im Süden, sowie eines Galerenarsenals.

Im Jahr 1679, als sich die Marseiller gegen die königliche Macht auflehnten, wurde ein Graben zwischen dem Fort und der Stadt ausgehoben, um die militärische Anlage noch stärker zu isolieren. Das Fort Saint-Jean behielt anschließend bis zur Französischen Revolution seine militärische Bestimmung bei, bevor es als Staatsgefängnis genutzt wurde.

Ein vom Zweiten Weltkrieg geprägtes Denkmal

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Fort von der deutschen Armee besetzt, die dort Munition lagerte. Im August 1944 zerstörte eine versehentliche Explosion einen Großteil der historischen Gebäude. Die beschädigten Festungsmauern wurden in den 1970er Jahren teilweise wieder aufgebaut, während der Innenhof des König-René-Turms Anfang der 2000er Jahre einer umfassenden Restaurierung unterzogen wurde.

Bei archäologischen Ausgrabungen auf dem Gelände wurden zudem Überreste der ersten griechischen Besiedlung von Marseille aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. freigelegt, die vom außergewöhnlich hohen Alter dieses Ortes zeugen.

Das Fort Saint-Jean heute

Das Fort Saint-Jean wurde vollständig restauriert und ist seit 2013 Teil des Mucem; es hat sich zu einem unverzichtbaren Ort für die Entdeckung des Kulturerbes von Marseille entwickelt. Von seinen Festungsmauern aus bietet sich ein bemerkenswerter Ausblick auf den Vieux-Port, die Kathedrale La Major, das Mucem und das Mittelmeer.

Die Anlage ist in zwei Ebenen gegliedert. Im unteren Teil befinden sich insbesondere der Turm „Tour du Roi René“, die Kapelle Saint-Jean, der Eingang zur Offiziersgalerie sowie ein Gebäude des DRASSM (Département des Recherches Archéologiques Subaquatiques et Sous-Marines). Im oberen Teil kann man die Offiziersgalerie, die Überreste der ehemaligen Kasernen, eine alte Kaserne und den Fanal-Turm, das Wahrzeichen des Forts, erkunden.

Um die Geschichte dieses symbolträchtigen Denkmals besser zu verstehen, besteht zudem die Möglichkeit, an einer Führung teilzunehmen und die zahlreichen Geheimnisse des Fort Saint-Jean zu entdecken.

Aktivitäten in der Nähe des Forts

Wenn Sie die Cité Phocéenne gebührend besichtigen möchten, müssen Sie unbedingt am Fort Saint Jean vorbeikommen. Seine Geschichte ist ein wesentlicher Bestandteil des Erbes von Marseille, das wir heute kennen. Es werden Führungen durchgeführt, um Ihnen alle Geheimnisse zu enthüllen, die der berühmte Turm von Marseille birgt.
Der Besuch des Forts ist nicht die einzige Aktivität, die diese Gegend für Sie bereithält. Die Nähe zum Alten Hafen ermöglicht es Ihnen, lange Spaziergänge zu machen oder sich auf den Terrassen der verschiedenen Cafés und Restaurants zu entspannen.

Marseille bietet auch Rundfahrten mit dem Petit Train Marseillais an, bei denen Sie die schönsten Ecken der Stadt aus der Vogelperspektive betrachten können: Notre-Dame-de-la-Garde, den Alten Hafen, die Corniche Kennedy und andere Schätze Marseilles. Achten Sie darauf, im Voraus zu buchen, insbesondere in den Sommermonaten.

Das 2. Arrondissement von Marseille ist ein Muss für alle Touristen, die in die Stadt kommen. Geschichtsinteressierte kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie diejenigen, die am Alten Hafen und in den Straßencafés flanieren.

Das Fort Saint-Jean befindet sich auf der Promenade Louis Brauquier im zweiten Arrondissement von Marseille. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie das Fort Saint-Jean mit der Metrolinie 1 bis zur Station Vieux-Port (10 Minuten Fußweg). Sie können auch die Buslinien 49, 60, 82 und 582 nehmen.