Wer sind die dargestellten Personen?
von den Santons dargestellt werden?
Da ist zunächst die Heilige Familie (Joseph und Maria, zu denen sich Jesus Christus am 25. Dezember gesellt), dann Ochs und Esel, die symbolisch in einem Stall über das göttliche Kind wachen, das gerade erst geboren wurde. Die Heiligen Drei Könige, drei an der Zahl, werden ebenfalls dargestellt, die am Dreikönigstag Geschenke tragen. Der Engel Gabriel, der Hirte und seine Schafe sind ebenfalls Santons, die man unweigerlich in einer Krippe findet. Die zehn eben erwähnten Krippenfiguren bilden zwar das Grundgerüst der provenzalischen Krippe, doch den Provenzalen und den Marseillaisern fehlt es nicht an Ideen, wie man ein ganzes Dorf um den heiligen Stall herum errichten kann.
Wie in jedem Dorf gibt es den Bürgermeister (Lou Conse auf Provenzalisch), der stolz die dreifarbige Schärpe trägt. Er ist besonders gut gekleidet und hat immer einen Zylinder und einen Regenschirm dabei.
Dann gibt es noch den Blinden und seinen Sohn, das Paar Boumians (Zigeuner), den berühmten Diener, den man „Lou Pistachié“ nennt, den Pfarrer, den Mönch, den Tamburinisten und seine Farandole. Diese Liste ist natürlich nicht vollständig, da auch Berufe aus dem bürgerlichen Leben vertreten sind: der Bäcker, der Metzger, der Pizzabäcker, der Fußballspieler und viele andere…
Ein unverzichtbarer Santon verdient ganz besondere Aufmerksamkeit: der Ravi. „Lou ravi“ aus der Krippe ist sein Name in der Provence. Er stellt den Fada des Dorfes (den Verrückten) oder vielmehr den Überraschten dar, sein Erstaunen wird durch seine in die Luft gestreckten Arme markiert. Er freut sich über die Geburt des Kindes, aber da es sich um einen eher armen Mann handelt, hat er außer seiner Freude und seinem Lächeln nichts zu bieten. Diese Figur ist der Ursprung der Redewendung „Krippenentrückter“, die eine kandide, sich über wenig wundernde Person bezeichnet.