Die Geschichte der Kathedrale „La Major“
Die Kathedrale , die auch als Kathedrale Sainte-Marie-Majeure oder von den Einwohnern Marseilles einfach „La Major“ genannt wird , ist ein außergewöhnliches Bauwerk. Sie wurde im 19. Jahrhundert erbaut und ist die einzige Kathedrale, die in dieser Zeit in Frankreich errichtet wurde, nachdem fast zwei Jahrhunderte lang kein Bauwerk dieser Art entstanden war. Damals war ein Bauvorhaben dieser Größenordnung ebenso ehrgeizig wie der Bau eines großen Bahnhofs.
Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Marseille einen beträchtlichen wirtschaftlichen und demografischen Aufschwung. Die Stadt wuchs rasch und modernisierte ihre Infrastruktur, um mit der zunehmenden Hafen- und Handelstätigkeit Schritt zu halten.
Der Standort der Kathedrale wurde nicht zufällig gewählt. Da sie in der Nähe des neuen Handelshafens La Joliette errichtet wurde, sollte sie eines der ersten Gebäude sein, die von den nach Marseille einlaufenden Schiffen gesichtet wurden, und so die Dynamik und das Ansehen der Stadt symbolisieren.
Der Grundstein wurde am 26. September 1852 von Louis-Napoléon Bonaparte nach den Plänen des Architekten Léon Vaudoyergelegt. Aufgrund ihrer imposanten Ausmaße gilt die „Major“ als eine der größten Kathedralen, die seit dem Mittelalter in Frankreich erbaut wurden. Sie war für fast 3.000 Besucher ausgelegt und sollte die Bedeutung von Marseille widerspiegeln , das damals die zweitgrößte Stadt und der wichtigste Hafen Frankreichs war.
Nach dem Tod von Léon Vaudoyer im Jahr 1872 wurde die Bauleitung an Jacques Henri Espérandieu übertragen, der bereits für den Bau von Notre-Dame de la Garde verantwortlich war und früher mit Vaudoyer zusammengearbeitet hatte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1874 beaufsichtigte er insbesondere die Errichtung der Dachstühle und der Kuppeln.
Anschließend trat der Architekt Henri Antoine Révoil seine Nachfolge an. Er setzte die Arbeiten fort und widmete sich vor allem der Innenausstattung der Kathedrale, darunter der Anfertigung der Mosaike, Skulpturen und Bronzeelemente.
Nach mehr als vierzig Jahren Bauzeit wurde die Kathedrale Sainte-Marie-Majeure am 30. November 1893 fertiggestellt. Sie wurde kurz darauf Monsignore Jean-Louis Robert übergeben, am 24. Januar 1896 von Papst Leo XIII. zur Basilika minor erhoben und schließlich am 6. Mai 1897 geweiht.
Die Kathedrale wurde schließlich 1906 unter Denkmalschutz gestellt.






















