Ein neues Viertel südlich des Alten Hafens
Die Entwicklung von Marseille
Wir treffen uns heute Morgen um 10 Uhr an der Bushaltestelle „Puget-Moulet“, am Fuße des Parks auf dem Puget-Hügel. Unsere Reiseleiterin Alexandra empfängt uns und freut sich, dass sie wieder Besichtigungen durchführen kann. Nachdem sie überprüft hat, ob alle angemeldeten Personen anwesend sind, und bevor wir uns auf unseren Spaziergang begeben, ordnet sie uns Marseille und die Entwicklung der Stadt in der Geschichte ein. Man muss wissen, dass Marseille seit seiner Gründung durch die Phokäer im Jahr 600 v. Chr. bis zum 18. Jahrhundert das Nordufer des Hafens, das heutige Panier, nicht verlassen hat. Am Südufer befanden sich nur der Ausguck Notre-Dame de la Garde, die Abtei Saint-Victor und das Arsenal der Galeeren.
Der Cours Pierre Puget befindet sich an der Stelle einer alten Stadtmauer. Seine vom Präfekten Delacroix entworfenen Anlagen verwandelten ihn in eine schöne, von Bäumen gesäumte Straße, die auf beiden Seiten von eleganten Herrenhäusern gesäumt wird. Hier lebte man abseits der Hektik des Hafens und des Stadtzentrums, im Herzen eines neuen Viertels, das von den großen Handels- und Finanzfamilien Marseilles bevorzugt wurde.
Die vielfältige Architektur
Wir machen einen ersten Halt am Hotel C2, wo Alexandra uns alle Besonderheiten der umliegenden Architektur näher erläutert. Sie erklärt uns, wie man zwischen dem „Hôtel particulier“, das sich zu einem Mietshaus entwickelt, und dem klassischen, „3 Fenster“ Marseilles unterscheiden kann.
Die Besonderheit des Vauban-Viertels ist, dass es uns auch zeigt, wie die Bourgeoisie und die bescheidenere Bevölkerung oder sogar die Arbeiter harmonisch zusammenlebten.
Die Sauberkeit der Straßen, die Luftqualität und die Distanzierung von Epidemien (Pest, Diphtherie, Cholera, Pocken…) waren Probleme, mit denen die Bewohner des 18. und 19. Jahrhunderts bereits konfrontiert waren.












