Eine intime Erzählung im Herzen des Alltags in Marseille.
In den sonnigen Gassen von L‘Estaque, einem ehemaligen Fischerdorf, das heute ein Viertel am Stadtrand von Marseille ist, begegnen sich zwei vom Leben gebeutelte Charaktere und lernen sich kennen und lieben. Marius, ein diskreter und einsamer Mann, wacht über eine ehemalige Zementfabrik, die heute stillgelegt ist, während Jeannette, eine Kassiererin mit starkem Charakter, ihre beiden Kinder in einem bescheidenen Gebäude des Viertels allein aufzieht. Ein harmloser Austausch zwischen den beiden wird zum Ausgangspunkt einer unerwarteten Begegnung.
Marius und Jeannette entfaltet eine zarte und schlichte Romanze, die aus zögernden Blicken, einfachen Gesten und rührenden Ungeschicklichkeiten besteht. Der Film nimmt sich die Zeit, eine zerbrechliche Verbindung vor dem Hintergrund einer aufkeimenden Komplizenschaft in einer bescheidenen, aber von menschlicher Wärme geprägten Alltagsumgebung aufzubauen. Durch diese scheinbar harmlose Handlung macht Robert Guédiguian die Schönheit gewöhnlicher Emotionen und die Bedeutung des Kollektivs sichtbar.
Diese dramatische Komödie, die für ihre Aufrichtigkeit und ihren zutiefst menschlichen Ton gelobt wurde, skizziert mit Feingefühl die Triebfedern der Solidarität, des Respekts und der Würde. Ohne jemals in übertriebene Sentimentalität zu verfallen, spricht Marius und Jeannette mit Leichtigkeit wesentliche Themen an: Vertrauen, Wiederaufbau des Selbst und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Dieses leuchtende, in der realen Welt verankerte Werk wird von treffenden Dialogen und einer Galerie von ebenso liebenswerten wie wahrhaftigen Charakteren getragen: Es verkörpert und fasst allein den Geist des Kinos von Robert Guédiguian zusammen.













