Ein bei den Marseillaisern wenig bekanntes Viertel
Belsunce und die Bourgeoisie
Wir treffen uns um 14:30 Uhr vor der BibliothekAlcazar und ihrem Vordach, das zu den Bâtiments de France gehört. Marie-Pierre, unsere Führerin, leitet den Rundgang ein, indem sie auf die Geschichte von Marseille und die verschiedenen Epochen eingeht, die das Viertel Belsunce zu dem gemacht haben, was es heute ist.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war es ein bürgerliches Viertel von Marseille, in dem die Aristokratie und die bürgerliche Bevölkerung gerne im Schatten der Bäume und an den Brunnen entlang spazierten. Davon zeugen die sehr schönen Fassaden der Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, die uns überragen.
Ein Viertel mit vielen Kulturen
Im 20. Jahrhundert wurde Belsunce zu einer zentralen Achse der Immigration in Marseille. Tausende von Kriegsflüchtlingen gingen in diesem Viertel ins Exil, insbesondere die armenische Bevölkerung, die vor dem Völkermord im Jahr 1915 flüchtete.
Marseille ist seit dem 19. Jahrhundert die wirtschaftliche und kommerzielle Lunge der Region, insbesondere mit der Eisen- und Ziegeleiindustrie und natürlich den Seifenfabriken, dank derer sich das Viertel entwickelt… Heute kann man hier alles finden, was das Herz begehrt! Die Großindustrie, die vor allem von der asiatischen Bevölkerung angesiedelt wurde, ist immer noch sehr sichtbar, vor allem in der Rue Longue des Capucins, die vom Bahnhof Saint-Charles bis zur Rue d’Aubagne im Stadtteil Noailles reicht.













