Ein Kind aus Endoume wird zum engagierten Filmemacher
Robert Jules Guédiguian erblickte am 3. Dezember 1953 in Marseille im Arbeiterviertel Endoume das Licht der Welt. Seine Familie verkörpert die kosmopolitische Seele der Stadt, mit einem Vater armenischer Herkunft und einer deutschen Mutter. Diese Mischung aus Wurzeln formt ein komplexes Identitätsbewusstsein, das schon in der Kindheit präsent ist. Er selbst gesteht, „das Kind eines genozidierten Volkes und eines genozidalen Volkes“ zu sein, wobei diese Dualität eine humanistische und tolerante Vision nährt.
Schon früh interessierte sich Guédiguian für Politik: Getreu seinen Wurzeln in der Arbeiterklasse trat er 1968 der Kommunistischen Partei Frankreichs bei und machte soziales Engagement zu einem Grundpfeiler seiner Identität. Obwohl er diese Gruppierung 1979 verließ, blieb er sehr aktiv und zeigte regelmäßig seine Unterstützung für linksgerichtete Persönlichkeiten.
Marseille wird zum Hauptschauplatz seiner Filme. Er richtet seinen Blick auf die „armen Leute“, die Arbeiter, die Arbeitslosen, die unsichtbaren Menschen, von deren Dramen und Solidarität er mit Empathie und Klarheit erzählt. Dieser Marseiller Nährboden, verbunden mit seinen sozialen Überzeugungen und seinem multikulturellen Erbe, formt ein zutiefst engagiertes filmisches Werk.






