Eine kurze Geschichte der Canebière
Die etwa einen Kilometer lange Canebière durchquert das Herz von Marseille und verbindet den Vieux-Port mitder Kirche der Reformierten. Seit 1927 umfasst sie auch die Rue de Noailles und die Allées de Meilhan. Ihr Name leitet sich vom provenzalischen Wort „canebiera“ ab, was „Hanffeld“ bedeutet – ein Verweis auf den Hanfhandel, der Marseille lange Zeit zu Reichtum verhalf. Die Stadt zählte damals zu den weltweit wichtigsten Hanfhandelszentren und lieferte die für Segelschiffe unverzichtbaren Taue und Schlingen.
Die Geschichte der Canebière beginnt Mitte des 17. Jahrhunderts, als Ludwig XIV. die Erweiterung von Marseille beschloss. Ursprünglich erstreckte sich die Allee lediglich zwischen dem Cours Saint-Louis und dem Arsenal der Galères. Sie war damals 250 Meter lang und 11 Meter breit.
Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Canebière und wurde erweitert. Zwischen 1743 und 1751 wurden mehrere Gebäude zwischen der Rue Saint-Ferréol und dem Cours Saint-Louis errichtet, was die Ansiedlung von Luxusgeschäften wie Parfümerien, Buchhandlungen oder auch Konditoreien begünstigte. Im Jahr 1785, nach der Stilllegung des Galères-Arsenals, wurde die Allee bis zum Vieux-Port verlängert.
Die Canebière, wie wir sie heute kennen, nahm im 19. Jahrhundert, während des Zweiten Kaiserreichs, mit dem Ausbau des Abschnitts zwischen dem Quai des Belges und der Kirche Saint-Vincent-de-Paul ihre heutige Form an. Im Jahr 1928 wurde sie offiziell bis zu den Réformés verlängert. Noch heute zeugen ihre drei aufeinanderfolgenden Abschnitte von der Entwicklung Marseilles und den verschiedenen städtebaulichen Entscheidungen, die diese legendäre Allee geprägt haben.











