Die Porte d'Aix in Marseille

An der Schnittstelle zwischen dem 1., 2. und 3. Arrondissement von Marseille erhebt sich die Porte d’Aix stolz auf der Place Jules-Guesde. Dieser beeindruckende Triumphbogen wurde an der Stelle eines der ehemaligen Stadttore der Stadtmauer errichtet, das einst den Weg nach Aix-en-Provence freigab – daher auch sein Name.

Die römische Tradition der Triumphbögen

Triumphbögen haben ihren Ursprung im antiken Rom. Diese monumentalen Bauwerke, bestehend aus einem oder mehreren gewölbten Bögen, die eine Straße überspannen, wurden errichtet, um große militärische Siege zu feiern oder bedeutende Ereignisse im Leben des Reiches zu würdigen.

In Rom symbolisierte ein Triumphbogen insbesondere die Reinigung der Heere nach einem siegreichen Krieg. Er diente auch dazu, an die Heldentaten der Feldherren, die Thronbesteigung eines neuen Kaisers, den Tod eines Mitglieds der kaiserlichen Familie oder die Einweihung einer großen Verkehrsstraße zu erinnern.

Diese Tradition verbreitete sich nach und nach im gesamten Römischen Reich. In mehreren Städten sind noch heute bemerkenswerte Beispiele erhalten, wie beispielsweise in Orange in der Provence. In Frankreich ist der berühmteste zweifellos der Triumphbogen „Arc de Triomphe de l’Étoile“, der die Avenue des Champs-Élysées in Paris überragt. Von diesem architektonischen Erbe lässt sich die Porte d’Aix inspirieren.

Die Porte d’Aix, ein Triumphbogen aus jüngerer Zeit

Das Projekt des Triumphbogens geht auf das Jahr 1784 zurück, als die Stadtverordneten beschlossen, einen Triumphbogen zu Ehren Ludwigs XVI. als siegreichen Verbündeten im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu errichten. Der Standort für die Porte d’Aix wurde auf Beschluss des Stadtrats festgelegt.

Das Projekt wurde jedoch während der Französischen Revolution aufgegeben, bevor es während der Restauration in den 1820er Jahren wieder aufgenommen wurde. Auf Initiative des Marquis de Montgrand, Bürgermeister von Marseille, sollte der Triumphbogen diesmal an den Feldzug von Ludwig von Frankreicherinnern, der in Madrid die absolute Macht von Ferdinand VII. von Spanien wiederhergestellt hatte.

Die Porte d’Aixwurde 1839 unter der Herrschaft von Louis Philippe I.fertiggestellt und ist somit eine Hommage an die Siege der französischen Armee während der Spanischen Expedition von 1823. Der Name Porte d’Aix bezieht sich auf die Tatsache, dass es früher ein offenes Tor in der Stadtmauer gab, durch das die Straße zwischen Marseille und Aix-en-Provence führte.

Ein monumentaler Bogen im antiken Stil

Die Porte d’Aix ist vom Titusbogen inspiriert, der 84 n. Chr. in Rom errichtet wurde. Seine Ausmaße sind mit einer Höhe von 18 Metern monumental. An den Fassaden und Seiten sind Darstellungen der Schlachten von Austerlitz, Fleurus und Heliopolis zu sehen. Der Bogen hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, insbesondere was die Statuen angeht. Die Statuen waren fast drei Meter hoch, aus brüchigem Stein gefertigt und stürzten 1937 auf die Straße. Der Pariser Bildhauer Marneuf wurde mit der Gestaltung des Triumphbogens auf der Place Jules-Guesde beauftragt. Er ließ sich von der Verzierung des antiken Triumphbogens in Orange inspirieren. Im Jahr 1982 wurde der Bogen unter Denkmalschutz gestellt.

Ein Landschaftspark auf dem Place Jules Guesde

Der lange Zeit inmitten von Straßenachsen eingeschlossene Bogen der Porte d’Aix wurde durch einen 3500 m² großen Landschaftsgarten aufgewertet. Er stellt einen angenehmen Ort für Spaziergänge dar, mit zahlreichen mediterranenBaumarten, etwa 100 Bäumen und einem Spielplatzfür Kinder. Dieser Park ist eine echte grüne Lunge und verdankt seine Gestaltung dem Landschaftsarchitekten Alfred Peter. Das Projekt ist vor allem studentisch geprägt und soll einen Campus nach amerikanischem Vorbild entstehen lassen.