Ein Viertel im 15. Arrondissement
Das Viertel Les Aygalades im 15. Arrondissement von Marseille verdankt seinen Namen dem gleichnamigen Bach, der durch das Département Bouches-du-Rhône fließt und ins Mittelmeer mündet. In Les Aygalades fließt nicht nur der gleichnamige Fluss, sondern es versammeln sich auch zahlreiche Dorfbrunnen, was den Bezug zum Wasser erklärt. Dieser Stadtteil im Norden der Stadt – der unter anderem an La Viste, Saint-Louis und Borel grenzt – verbindet das alte Dorf Les Aygalades mit einem weitläufigen, teilweise menschenleeren Hügelgebiet, das bis zu einem der ersten Gipfel des Massif de l’Étoile ansteigt.
Während der griechisch-römischen Antike hatte der Ort Les Aygalades einen sehr guten Ruf. Er soll als heiliger Wald gegolten haben, der von den Römern, die sich auf der Durchreise in Marseille befanden, verehrt wurde. Im 1. Jahrhundert n. Chr. soll Maria Magdalena auf ihrem Weg zur Sainte-Baume wegen der Höhlen und des reichlich vorhandenen Wassers in diesem Viertel Halt gemacht haben. Im 13. Jahrhundert soll König Saint-Louis Gläubigen, die vom Berg Karmel in Palästina flohen, geholfen haben, sich in Les Aygalades niederzulassen, das sie zunächst Aqua lata nannten, bevor es sich zu Aigalada entwickelte. Im Okzitanischen bedeutet der Begriff „aigalada“ so viel wie „reichlich Wasser„. Nach der Verbannung der Geistlichen wurde 1265 an der Stelle der heutigen Kirche ein Kloster errichtet. Im 15. Jahrhundert erwarb René von Anjou, der allgemein als König René bekannt ist, mehrere Residenzen. Nach ihm wurde übrigens dieHauptstraße des Dorfes benannt.
















