
Die Bastide, eine Lebenskunst in der Provence
Die Bastiden im Südwesten sind neue, befestigte Städte. In der Provence ist die Bastide ein schöner Zweitwohnsitz, der gleichzeitig landwirtschaftliches Anwesen und Urlaubsort ist. Wie in allen großen Handelsstädten in den Mittelmeerhäfen besaß die Elite ein Stadthaus in der Stadt und einen Zweitwohnsitz auf dem Land.
Das Leben in den Bastiden stellte eine wahre Lebenskunst dar. Sie überquerten die Stadtmauern, lagen auf dem Land und boten den großen Familien der Bourgeoisie von Marseille ein raffiniertes Lebensumfeld. Die Hauptberuflichkeit blieb jedoch der Anbau von Olivenbäumen und Weinreben.
Das erste architektonische Muster dieser außergewöhnlichen Villen geht auf die Jahre 1670-1700 zurück.
„Ich bin entzückt von der einzigartigen Schönheit dieser Stadt“, schrieb Madame de Sévigné 1673, als sie in Marseille ankam.
Sie kam aus Aix-en-Provence und entdeckte die Stadt, als sie über La Viste und die Anhöhen von Marseille einfuhr. Sie sah das Meer vor sich bis zum Horizont, die verstreuten Bastiden, die Hügel von Estaque und Marseilleveyre, die zu ihrer Rechten und Linken einen zugleich breiten und unebenen Raum abschlossen, in dessen Tiefe sich der Alte Hafen schmiegte.







