
Ein Dienstleistungsgebäude inmitten einer Wohnsiedlung
Marseille erlebte während der „Trente Glorieuses“ einen demografischen Aufschwung und es entstanden neue Stadtviertel, um den Bedürfnissen der Einwohner gerecht zu werden.
Das 1962 auf einem Grundstück, das bis dahin von den Forges et Chantiers de la Méditerranée belegt war, begonnene Projekt sah den Bau einer Wohnanlage mit 547 Wohnungen vor, die aus Gebäuden mit maximal 12 Stockwerken bestehen sollten. Die Gebäude gliedern sich um eine große, teilweise begrünte Terrassenplatte und öffnen sich im Süden zu einem 96 Meter hohen Turm, der als Bürogebäude dienen soll. Große unterirdische Parkplätze begleiten die Entwicklung des Privatautos. Diese Konfiguration veranschaulicht einen damals innovativen städtebaulichen Ansatz, der darauf abzielte, Wohnen und berufliche Aktivitäten miteinander zu vereinbaren.
Die Residenz Le Méditerranée ist in der Tat von Anfang an als Lebensraum mit Begegnungsräumen, Geschäften, einer Kindertagesstätte und Büros gedacht. Die Bewohner schlafen und leben dort, sie kaufen in den vor Ort vorhandenen Geschäften ein und können in den Büros im Turm Méditerranée arbeiten.
Dieser für die damalige Zeit innovative Gebäudekomplex führte zur Gründung des Atelier 9. Es wurde von Guy Daher, André Guien, Georges Lefèvre und Robert Inglésakis gegründet und war eines der ersten multidisziplinären Architekturbüros, die in Marseille entstanden. Durch ihren kollaborativen Ansatz konnten sie die Stadtplanung der Stadt nachhaltig beeinflussen.








