Beschreibung
Eine Sonderausgabe der „Nouvelles Rencontres d’Averroès“, die gemeinsam mit L’Orient-Le Jour im Rahmen der „Saison Méditerranée“ konzipiert wurde
Wenn die Welt von Fassungslosigkeit erfasst wird und das Leben zum Stillstand kommt, bleiben manchmal nur noch Fluchtlinien, an denen man sich festhalten kann. Von Beirut bis Gaza, vom Süden bis zum Norden des Mittelmeers – jenseits geografischer Koordinaten bleiben Wege bestehen, ein Keim der Möglichkeiten und die Notwendigkeit zu denken.
Mehr noch als um Fortbewegung geht es um das Überwinden, wenn die Grenzen – reale oder symbolische –, die den Weg versperren oder sich dauerhaft in den Köpfen verankern, bereits die Möglichkeit selbst in Frage stellen, sie zu überschreiten. Denn die Hindernisse sind zahlreich: der Krieg und seine Fallstricke, die Angst und ihre Mauern, die Willkür und ihre Gewalt. Unter dem doppelten Motto „Überschreiten/Befreien“ untersuchen die „Nouvelles Rencontres d’Averroès“, die in diesem Jahr gemeinsam mit der libanesischen Zeitung „L’Orient-Le Jour“ organisiert werden, wie Gesellschaften trotz Konflikten und deren Umwälzungen – sowohl auf persönlicher als auch auf kollektiver Ebene – Wege zur Emanzipation suchen. Sie hinterfragen zudem die ständige Überschreitung der Grenzen von Recht und Freiheiten in einem erneuten Streben nach Formen der Bürgerschaft, die es zu verteidigen und neu zu erfinden gilt.
„Franchir/s’affranchir“ ist somit eine Geste der Initiative: trotz aller Hindernisse weiter in Bewegung zu bleiben, zu gestalten und weiterzugeben. Es geht darum, Schwellen, Grenzen und Übergänge im Dialog zwischen den Generationen und durch den Austausch von Erbe zu reflektieren. Erfahrungsberichte, Erzählungen und Stimmen, die sich einer Festlegung oder Resignation verweigern, prägen dieses Programm, das dazu aufruft, die Solidarität wieder in den Mittelpunkt kollektiver Dynamiken zu rücken.
Von Mittwoch, dem 28. Oktober, bis Sonntag, dem 1. November, erwarten Sie die gewohnten Veranstaltungen (Podiumsdiskussionen, Debatten und Meisterklassen), aber auch ein großes Interview anlässlich des 900. Geburtstags des Philosophen Averroes mit zahlreichen Gästen, eine Hommage an Leïla Shahid sowie großartige Abendveranstaltungen mit Rima Abdul-Malak und ihrem „Rima Poésie Club“, Charles Berberian mit einem gezeichneten Konzert und Fred Nevché mit einem noch nie dagewesenen, intimen Konzert.
Achtung, Änderung der Termine und Veranstaltungsorte!
Die „Nouvelles Rencontres d’Averroès“ werden um einige Wochen vorverlegt (28. Oktober bis 1. November), da sie Teil des Programms der „Saison Méditerranée“ sind.
Aufgrund von Bauarbeiten in La Criée findet die Veranstaltung im Théâtre de l’Odéon (162 La Canebière), im Espace Julien (Mittwochabend) und im Mucem (Donnerstagabend) statt.


