Eine Ausstellung in zwei Phasen
„Auf der Welle surfen“
Im Erdgeschoss sind Werke zu sehen, die dem Surfen gewidmet sind. Die Ausstellung trägt das Label „Kulturolympiade – Paris 2024„. Natürlich wissen wir, dass in diesem Jahr der Olympischen Spiele Tahiti der Austragungsort für die Wettkämpfe der Wellenreiter sein wird. Aber der Surfsport hat sich in Marseille etabliert. Und man muss es ja auch zugeben. Surfen ist eine fotogene Disziplin, die immer spektakulär ist. Nazaré in Portugal, Teahupo’o auf Tahiti oder Belharra an der baskischen Küste sind Namen von Spots, die sowohl die Ausübenden als auch die Zuschauer in Staunen versetzen.
Diese Ausstellung zeigt eine Vielzahl von Werken (Fotografien, Gemälde, Skulpturen) und belegt, wie sehr der Surfsport, der damit verbundene Lebensstil und dieGeisteshaltung, die dieser Sport ausstrahlt, in den verschiedenen Welten der künstlerischen Kreation als Inspirationsquelle dienen.
Besonders berührt hat mich eine Reihe von Porträts der deutschen Malerin Anke Doberauer, die zwischen Marseille und München lebt. Sie sind der Surferin Bethany Hamilton gewidmet, die im Alter von 13 Jahren bei einem Haiangriff auf Hawaii ihren linken Arm verlor. Auf allen Werken bewundert man die Surferin, die immer lächelt. Ein Vorbild an Stärke, Widerstandsfähigkeit und Anpassung.
Musée Regards de Provence – Von 27. Apr. 2024 > 22. Sept. 2024

„Marseille mit maritimem Herz“
Im Obergeschoss des Museums Regards de Provence sind 90 Werke ausgestellt, die von der Industrie- und Handelskammer ausgeliehen wurden.
Früher waren sie über das Musée de la Marine marchande, das sich im Palais de la Bourse befand, zu sehen. Dieses schloss jedoch 2018 seine Pforten und seitdem schlummern die 50.000 Kunstwerke und Artefakte, die sich seit der Gründung der IHK angesammelt haben, in Lagerräumen. Heute haben wir das Glück, eine kleine Auswahl davon zu entdecken.
Eine weitere Besonderheit, die es zu erwähnen gilt: Auch wenn wir Gemälde von bekannten Malern wie Raphaël Ponson, Louis-Mathieu Verdilhan, Joseph Suchet oder Auguste Chabaud finden, bewundern wir manchmal Gemälde von weniger bekannten Künstlern, deren Beiträge innerhalb dieser Ausstellung jedoch völlig legitim sind. Ihre Gemälde dokumentieren minutiös und mit unendlich vielen Details die glorreichen Jahre der Hafen- und Handelstätigkeit im Hafen von Marseille. Der Besucher durchstreift die Hafenkais dank des außergewöhnlichen dokumentarischen Wertes der Werke und der unveröffentlichten und seltenen Ansichten von Marseille.
Marseille au coeur maritime ist weit mehr als eine schöne Ausstellung über die Geschichte des Hafens von Marseille. Sie ist ein Zeugnis für die Kunst der Malerei. Und wie alle Veranstaltungen, die das Musée Regards de Provence anbietet, ist sie absolut einen Besuch wert.
Musée Regards de Provence: vom 5. Mai 2024 > 02. Okt. 2024









