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Die Canebière

Die Canebière wurde 1666 im Zuge der von Ludwig dem XIV. angeordneten Stadterweiterung angelegt. Ihr Name wurde vom provenzalischen Wort „Canebe“ (Hanf) abgeleitet, der an die Seilmacher erinnert, die hier seit dem Mittelalter ansässig waren. Die Canebière wurde jedoch erst Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Hafen verlängert, als das Grand Arsenal verlegt wurde. Die großartigen Gebäude der ehemaligen Prunkstraße entstanden erst im Anschluss an diese Verlängerung.    

Während der dritten Republik (1871 - 1840) erlebt die Canebière dank der Cafés, großen Hotels und Geschäfte, die zahlreiche Intellektuelle und Geschäftsleute anziehen, ihre Blütezeit. Sie erwirbt nun Weltruhm und wird schon bald zu einem Symbol für die Hafenstadt Marseille. Offiziell führt die Canebière seit 1928 vom Alten Hafen bis zur Kirche Les Réformés, da sie erst ab diesem Datum die Rue Noailles und die Allées de Meilhan mit einschließt.

Das Café Turc war eins der ersten exklusiven Cafés auf der Canebière und seit 1850 ein Muss für alle Orient-Reisenden. In der Mitte des Hauptsaals thronte ein monumentaler Springbrunnen auf dem eine Uhr angebracht war, die gleichzeitig die Uhrzeit in der Türkei, China, Arabien und Europa anzeigte. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Café Turc geschlossen.

 

Die rue Beauvau wurde 1785 auf dem Gebiet der Arsenale angelegt. Sie war eine der ersten Straßen in Marseille, die mit Bürgersteigen versehen war. Bei Hausnummer 4 steht das Hotel Beauvau, in dem 1832 Lamartine und 1835 George Sand und Frédéric weilten.


Die Oper Die Marseiller sind seit jeher Opern- und Theaterliebhaber gewesen. Das "Grand Théâtre" konnte jedoch erst 1781 durch den Verkauf der Arsenale erbaut werden. Der weitläufige Gebäudekomplex wurde zum Mittelpunkt des nun entstehenden Stadtviertels, und die umliegenden Straßen wurden nach berühmten Komponisten und Dichtern (Corneille, Molière, Lulli…) sowie großen Vertretern des Königshauses in der Provence benannt.

Das Grand Théâtre im neoklassizistischen Stil wurde 1787 eingeweiht und ist das Werk des Architekten Benard. 1919 wurde das Gebäude völlig zerstört, nur die tragenden Wände und die Steinfassade blieben erhalten. Unter der Leitung der Architekten Gaston Castel und Raymond Ebrard wurde die Oper im Art-Déco-Stil wieder aufgebaut.

Auf dem Kranzgesims der Fassade steht geschrieben: Die Kunst verfügt über die Schönheit der Aphrodite, den Rhythmus des Apollo, das Gleichgewicht der Pallas, und verdankt Dionysos ihre Lebendigkeit.

Die Besonderheit des Gebäudes liegt in der harmonischen Verbindung des neoklassizistischen Stils des 18. Jahrhunderts mit dem Art-Déco der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Die großen Hotels
Das von dem Architekten Pot entworfene, ehemalige Hotel Hôtel du Louvre et de la Paix bei Nummer 63 La Canebière ist eines der schönsten in ganz Marseille. Der monumentale Eingang wird von vier stattlichen Karyatiden eingerahmt, welche die vier Kontinente verkörpern. Das Hotel gehörte zu den exklusivsten und verfügte über 250 Zimmer. Betrieben wurde es bis 1941, als es von der französischen Marine zunächst beschlagnahmt und anschließend von der deutschen Kriegsmarine besetzt wurde. Nach dem Krieg und bis 1977 richtete die französische Marine wieder ihre büros in dem Gebäude ein. Das Dekor aus dem Zweiten Kaiserreich war zu dieser Zeit noch im Originalzustand erhalten. 1980 wurde der Bau verkauft; die Architekten erhielten beim Umbau nur die Fassaden, die Treppe und die Salons, die unter Denkmalschutz stehen. 1984 eröffnete das Geschäfte C&A seine Pforten. In diesem Hotel wurde in 1896 zum ersten Mal in Marseille der Film „L'entrée du train en gare de La Ciotat“ (die Ankunft eines Zuges im Bahnhof von La Ciotat) der Brüder Lumière vorgeführt.

Das Hotel Noailles, bei 62 La Canebière, wurde 1865 von dem Architekten Bérengier erbaut. Das Gebäude hat einen zentralen Vorbau mit einem Giebeldreieck. Die Fassade wird von dreieckigen und geschwungenen Giebeln bestimmt, die sich gegenseitig abwechseln. Früher und bis 1979 war das Hotel eine luxuriöse Adresse. Heute beherbergt es ein Kommissariat.

Die Allées de Meilhan Der Ausbau im Jahr 1666 sah eine öffentliche Promenade vor den Toren der Stadt vor. Die Bauarbeiten wurden 1775 unter der Leitung des Intendanten der Provence, Sénac de Meilhan, abgeschlossen. Die Allee war damals berühmt für ihre Tanzlokale, in denen sich die jungen Leute amüsierten.

Der Stil der Gebäude unterscheidet sich grundlegend von dem der auf der Canebière und der Rue Noailles stehenden Bauten, die zum Großteil Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurden. Der Ausbau im Jahr 1666 sah eine öffentliche Promenade vor den Toren der Stadt vor. Die Bauarbeiten wurden 1775 unter der Leitung des Intendanten der Provence, Sénac de Meilhan, abgeschlossen. Diese Allee war damals berühmt für ihre Tanzlokale, die „Guinguettes“. Der Stil der Gebäude unterscheidet sich grundlegend von dem der auf der Canebière und der Rue Noailles stehenden Bauten, die zum Großteil Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurden.

Der Musikpavillon mit seiner Eisenstruktur wurde 1911 errichtet und ersetzte einen alten Pavillon aus Holz. Ein Wallace-Trinkbrunnen, von dem eine weitere Ausführung im Park Longchamp steht, wurde um 1930 aufgestellt.

Das "Monument aux Mobiles" wurde 1894 für die im Krieg von 1870 gefallenen Soldaten aus Marseille errichtet.

Kirche Les Réformés Im 14. Jahrhundert ließen sich die Augustiner-Eremiten am Alten Hafen nieder, wo heute die Kirche Saint-Ferréol steht. Im 16. Jahrhundert wurde der Orden reformiert, und der daraus hervorgehende Bettlerorden erbaute am Ende der Canebière ein neues Kloster. Während der Revolution wurden die Mönche jedoch zerstreut. Im Jahre 1803 wurde in dem ständig anwachsenden Viertel eine neue Kirche im neogotischen Stil nach den Plänen des Architekten Reybaud erbaut. Geweiht wurde sie im Jahr 1888.

OTCM