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Das Palais Longchamp

Trinkwasser war schon immer ein rares Gut in Marseille. Daher wurde schon im 16. Jahrhundert erwogen, einen Kanal zu graben, um Marseille Wasser aus der Durance zuzuführen. Im 19. Jahrhundert wurde die Wasserknappheit jedoch zu einem lebensbedrohlichen Problem, zumal die Stadt 1835 von einer Choleraepidemie heimgesucht wurde. 1838 wurden die ersten Pläne für den Durance-Kanal ausgearbeitet, wobei sich der Stadtrat schließlich für das Projekt von Franz Mayor de Montricher, Ingenieur für Straßen- und Brückenbau, entschied. Der Bau des 85 km langen Kanals erforderte das Graben unterirdischer Gänge, die Konstruktion von 18 Aquädukten, 10 Jahre harte Arbeit, sowie die Beharrlichkeit der Volksvertreter. Seit Beginn der Bauarbeiten 1839 stand fest, dass das kostbare Wasser mit einer monumentalen architektonischen Anlage gebührend gefeiert werden sollte. Eingereicht wurden mehrere Projekte. Zustimmung fand jedoch nur das von Henry Espérandieu, dem Architekten, der bereits „Notre-Dame de la Garde“ geschaffen hatte, und Marseille auf diese Weise das bemerkenswerteste Monument des Zweiten Kaiserreichs schenkte.

Die Einweihung fand 1869 statt und krönte so die Ankunft des kostbaren Wassers der Durance in Marseille, das der Mittelpunkt des üppigen Dekors ist. Der berühmte Tierbildhauer Antoine Louis Barye schuf die Löwen und Tiger am Eingang des Gebäudes, der monumentale Springbrunnen im Mittelpunkt der Kolonnaden stammt von Jules Cavelier.

Die Anlage vereint an einem Standort das Museum der schönen Künste, das Museum für Naturgeschichte und den botanischen Garten, der zuvor ein Zoo war.

Das Museum der schönen Künste  im linken Flügel des Palais Longchamp, das renoviert wurde und in 2013 wieder seine Pforten öffnete, zeigt Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Das 1801 gegründete Museum ist das älteste Museum in Marseille.

Im rechten Flügel des Palais befindet sich seit 1869 das Museum für Naturgeschichte. Das Museum stellte zunächst verschiedene, der Stadt gehörende bzw. vom Staat gestiftete "Kuriositätenkabinette" des 18. Jahrhunderts aus. Die Sammlungen des naturhistorischen Museums von Marseille wurden 1967 zusammen mit neun anderen großen französischen Museen als "erstklassig" eingestuft.

Das Observatorium ist die älteste wissenschaftliche Einrichtung von Marseille. Bevor es auf die Anhöhe von Longchamp verlegt wurde, war es in der Kirche Les Accoules untergebracht.

Heute ist das Observatorium ein Zentrum, das die Daten der größten Teleskope und Weltraumforschungsprogramme verarbeitet und auswertet, sowie ein Entwicklungslabor für technische Instrumente. Neben der Forschung bietet das Observatorium auch regelmäßig Aktivitäten und Veranstaltungen für Schüler und andere Interessierte an. Der Verein "Andromède" organisiert zum Thema Astronomie an. Weiterhin verfügt das Observatorium über eine schöne Ausstellung alter astronomischer Instrumente, für die die Gruppe "Patrimoine" Führungen organisiert (Schulklassen und andere Interessierte).

OTCM