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Das Stadtwappen

Die älteste Darstellung des Wappens von Marseille wurde auf Ende des 13. Jh. oder Anfang des 14. Jh. datiert. Es handelt sich dabei um eine Miniatur in einem Eintrag ins Stadtbuch, in dem Vereidigung des Bürgermeisters beschrieben wird. An den vier Ecken befindet sich das „himmelblaue Kreuz auf silbernem Grund“, Erinnerung an die Kreuzzüge, zusammen mit dem Emblem, das auf die Rückseite der Marseiller Geldmünzen geprägt wurde.

Dieses Wappen erscheint von da an häufiger in den Registern der Stadt, zunächst gezeichnet oder gemalt, ab dem 16. Jh. auch gedruckt. In den darauffolgenden Jahrhunderten verzieren die Schriftgelehrten je nach Mode und Ideal ihrer Epoche das Wappen mit allerlei Muscheln, Blättern, Engeln...).
Die Aushänge der Stadt sind ein anschauliches Beispiel für diese Entwicklung. Man findet das Wahrzeichen der Stadt jedoch auch an Gebäuden (Hôtel de Ville, dem historischen Rathaus), auf Gegenständen wie Schlüsseln, Kerzen, Tapisserien,...) sowie bei Zeremonien wieder, denen ein Vertreter der Stadt beiwohnt.
Das Wappen wurde gemäß des Erlasses von Colbert, der das Wappenwesen reglementierte, offiziell am 10. Juli 1699 registriert. Genutzt wurde es bis zur Revolution. Am 21. Juni 1790 erlässt die Gründungsversammlung (Assemblée Constituante) ein Dekret, das den Gebrauch von Wappen untersagt, da diese zu sehr an das alte Regime und den Adel erinnern. Das himmelblaue Kreuz verschwindet somit von den öffentlichen Dokumenten.
Die Städte müssen bis zum kaiserlichen Erlass vom 17. Mai 1809 warten, bis sie ihre Wappen wieder führen dürfen. Der Stadtrat von Marseille beschließt sofort, das alte Wappen wieder aufleben zu lassen, und den Kaiser um dessen Genehmigung zu bitten. Die kaiserliche Genehmigung wird im Jahr 1810 erteilt, aber das neue, vom Graveur Poize im Jahr 1811 geschaffene Wappen, welches neben dem Kreuz auch Bienen und ein Schiff zeigte, hat so gut wie gar nicht gedient.
Nach dem Sturz des Kaisers Napoléon und der Rückkehr zur Monarchie führt Marseille wieder sein altes Wappen, welches diesmal mit einem Löwen mit einem Äskulapstab sowie einem Stier mit einem Dreizack geschmückt ist (Urkunde Ludwigs XVIII. vom 25. November 1815). Das Stadtwappen, das ab 1826 noch zusätzlich mit einer Krone geschmückt ist, erscheint von da an bis in das Jahr 1883 unverändert: ein Füllhorn und ein Dreizack mit der Devise Massilia civitas (Stadt Marseille).

Dieses ist das Wappen, das als Siegel für die offiziellen Dokumente der Stadt dient.
Verwaltungspapiere hingegen weisen das 1883 vom Bürgermeister in Auftrag gegebene, und von Joseph Laugier, seines Zeichens Konservator des Münz- und Medaillenkabinetts, entworfene Wappen aus: die Waffen mit Stier und Löwe und der Devise von Marseille:

Actibus immensis urbs fulget Massiliensis
(Die Stadt von Marseille glänzt durch ihre großen Taten).

(Aus: Das Stadtarchiv - Leiterin des Stadtarchivs Isabelle Bonnot)

Im Jahr 1990 beauftragt das Kommunikationskomittee der Stadt J. Lafaysse mit der Überarbeitung des Wappens. Die beiden als zu wuchtig empfunden Tierfiguren verschwinden aus dem Wappen, um es zu schlichter zu gestalten und seine Aussagekraft zu verstärken.
Das blaue Kreuz erscheint nach wie vor, das Wappen hat seitdem jedoch eine dreieckige Form, um ihm mehr Dynamik zu verleihen. Es zeigt nach oben und soll an den Hügel der Kathedrale Notre Dame de la Garde erinnern.

OTCM