Office de tourisme et des congrès

Die Altstadt und das Panier Viertel

Hinter dem Rathaus liegt der historische Kern der Stadt „Le Panier“. Dieser Name der Altstadt, soll auf eine Herberge namens „Le Logis du Panier“ zurückgehen, die sich dort im 17. Jahrhundert befand.

Seit 1983 unternimmt die Stadt Marseille mit Unterstützung durch die Europäische Kommission Maßnahmen zur Umstrukturierung des Viertels vor.

Das Diamantenhaus
Den Auftrag zum Bau des Diamantenhauses (Maison Diamantée) haben reiche Italiener und Spanier gegeben. Bewohnt wurde es von einflussreichen Marseiller Familien, bis es während der Revolution aufgeteilt wurde. Das Diamantenhaus ist ein perfektes Beispiel für den provenzalischen Manierismus. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Fassade aus roh, diamantenähnlich behauenen Steinen und den Verzierungen an seiner Treppe ist es einzigartig in Marseille. 1925 wurde es unter Denkmalschutz gestellt und konnte 1943 vor dem Abriss gerettet werden. Von 1967 bis 2009 beherbergte das Diamantenhaus das Museum der Marseiller Altstadt.

Der Pavillon Daviel
Der Justizpalast von Marseille wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von den Marseiller Architektenbrüdern Gérard anstelle eines alten Gerichts aus dem 16. Jahrhundert errichtet. Das Gebäude wurde mit rosafarbenem Stein aus den Steinbrüchen von La Couronne erbaut und hat eine relativ schmale, aber dafür umso gelungenere Fassade im schlichten Stil der provenzalischen Häuser des 18. Jahrhunderts. Der schmale Vorbau ist von einem allegorischen Giebeldreieck gekrönt, die Belle Etage mit einem prächtigen Balkon aus Schmiedeeisen im für das Marseille des 18. Jahrhunderts typischen Margeritenstil verziert. Während der Revolution wurden die Urteile von diesem Balkon aus verkündet, unter dem die Guillotine wartete. Heute ist das Gebäude dem Rathaus angegliedert.

Die Grand’Rue

folgt dem Verlauf der antiken Hauptstraße, die man noch heute im antiken Hafen besichtigen kann, und die bis zum Place de Lenche führte, dem ehemaligen Marktplatz (Agora). Die von den Phokäern gebaute Straße liegt etwa 3 Meter unter der heutigen Straße. Bereits im 6. Jh. v. Chr. war die Straße äußerst belebt, da sie die wichtigsten öffentlichen Einrichtungen miteinander verband, und an ihrem Rand Händler und Handwerker ihrer Beschäftigung nachgingen und Märkte abgehalten wurden.

Der Hôtel de Cabre
Das herrschaftliche Stadthaus Hôtel de Cabre wurde 1535 im Auftrag des Händlers und Konsuls Louis Cabre in einem kuriosen Stil erbaut, der Elemente der Gotik und der Renaissance miteinander vermischte. Das Hôtel de Cabre zählt zu den ältesten Gebäuden von Marseille. Bei der Zerstörung der Altstadt im Jahr 1943 blieb dieser Stadtpalast zwar verschont, wurde aber später aus städtebaulichen Gründen mithilfe von Winden komplett um 90° verschoben, damit er parallel zum heutigen Straßenverlauf steht. Die Fassaden stehen seit 1941 unter Denkmalschutz.

Das Hôtel Dieu
Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Krankenhaus Hôpital du Saint-Esprit wurde im Laufe der darauffolgenden Jahrhunderte vergrößert, und im 16. Jahrhundert mit dem Krankenhaus Hôpital Saint-Jacques de Galice zusammengelegt, um ein Jahrhundert später zum Hôtel-Dieu zu werden. Der Umbau wurde von einem Neffen des berühmten Architekten Hardouin-Mansart begonnen, dessen ehrgeiziges Projekt jedoch nur teilweise realisiert wurde und das Hôtel-Dieu in seiner heutigen Form entstand unter dem Zweiten Kaiserreich. Zunächst war es wie alle Krankenhäuser des 18. Jahrhunderts nach allen vier Außenseiten hin abgeschlossen und verfügte über 2 große, voneinander getrennte Innenhöfe, einen für Frauen und einen für Männer. Der Architekt Blanchet entschied, den Gebäudekomplex nach Süden hin zu öffnen und die Flügel im Osten und Westen mit Pavillons abzuschließen. Die drei Etagen verfügen über die für den Krankenhausbau dieser Epoche typischen Galerien. Die Treppen wurden von Joseph-Esprit Brun geschaffen.

Seit 2013 beherbergt es ein 5-Sterne Intercontinental-Hotel.

Die Bronzebüste von Jacques Daviel erinnert daran, dass er in 1745 im Hôtel-Dieu zum ersten Mal den grauen Star durch die Entfernung der getrübten Linse operierte. Daraufhin wurde er zum Augenarzt von Ludwig XV. ernannt.

Kirche Accoules
Seit dem 11. Jahrhundert steht an dieser Stelle die kleine Gemeindekirche Notre-Dame des Accoules. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert neu erbaut, wie auch der Glockenturm Sauveterre, dessen Glocken vor Gefahr warnten und den Stadtrat einberiefen. Der Kirchenkomplex wurde im Jahr 1794 abgerissen und kurz vor der Julimonarchie (1830 - 1848) entstand eine neue Kirche. Anstelle der ehemaligen einfachen Kirche entstand ein Golgotha aus Stein zur „Sühne aller während der Revolution begangenen Sünden“. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde ebenfalls die Spitze des Glockenturms überholt.


Observatorium – Préau des Accoules
Anfang des 17. Jahrhunderts gründeten die Jesuiten die Kirche Sainte-Croix sowie ein großes Kollegium, in dem sie die Marseiller Jugend in Sprachen ausbildeten, welche diese für den Handel mit dem Orient brauchten : das Collège des quatre langues (Kollegium der vier Sprachen). 1701 wurde die Schule gemäß der Entscheidung Ludwigs XIV., der den Handel in Marseille ausbauen wollte, außerdem zum Königlichen Observatorium (Observatoire Royal).    

Die Räumlichkeiten des Observatoriums reichten im Jahre 1863 nicht mehr aus, so dass es auf die Anhöhe von Longchamp verlegt wurde. Das ehemaligen Observatorium wurde unter der Leitung von Joseph-Esprit Brun zum Sitz der „Académie des Belles Lettres, Sciences et Arts verwandelt“, in dem sich heute das Museum Préau des Accoules befindet, das ausschließlich den Kindern gewidmet ist.

Der Place de Lenche
An der Stelle des heutigen Platzes befand sich ehemals der Marktplatz der griechischen Stadt, von dem aus die Einwohner das Geschehen im Hafen mitverfolgen konnten. Ursprünglich war der Platz zu allen vier Seiten hin geschlossen. Im 5. Jahrhundert gründete der Heilige Johannes Cassianus an der Südseite ein Nonnenkloster, das somit der Abtei von Saint-Victor auf der anderen Seite des Hafens genau gegenüber lag.

Unter dem Platz liegen die Gewölbe von Saint-Sauveur, bei denen es sich eigentlich um aus dem 3. Jh. v. Chr. stammenden Zisternen der altgriechischen Stadt handeln soll, die seit 1840 unter Denkmalschutz stehen und als intaktes Denkmal aus der Antike gelten. Sie sind allerdings nicht zugänglich.

 Der Platz wurde nach einer korsischen Familie benannt, Lincio, die das Leben des Platzes im 16. Jahrhundert durch die Eröffnung von Geschäften und einer Werkstatt, in der Korallen verarbeitet wurden, sowie den Bau eines prunkvollen Stadtpalastes weitgehend bestimmte. Die Südseite des Platzes wurde im Winter 1943 nach den Plänen der deutschen Behörden zerstört und in den 1950er Jahren wurden neue Gebäude errichtet.

OTCM